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Radmarathon
Eigene Erfahrungen:
1)
Faszination Langstrecke
Auf dem Rad eine
Strecke von über 200 km an einem Tag zu fahren, war für mich von Anfang an die
große Herausforderung!
Es ist ein
Wahnsinnsgefühl, wenn man nach einem langen Tag vom Rad steigt, und realisiert
was man vollbracht hat!
Gleich in meinem ersten Jahr auf dem Rennrad (Jahr 2000), fuhr ich den Marathon
„Auf den Trainingsspuren von Udo Bölts“ in
Hettenleidelheim / Pfalz. Mit 1000 Radkilometern in den Beinen und ohne große
Erfahrungen im Ausdauersport nahm ich an dieser Veranstaltung teil! Die 201 km
und 1824 Hm quer durch die Pfalz, waren schon heftig, abends war ich total
fertig, aber glücklich über das geleistete.
Für eine erfolgreiche
Marathonteilnahme muss der „Kopf“
und die „Grundlagenausdauer“
stimmen!
2)
Training
Für die Langstrecke
sind die beiden Trainingsbereiche Grundlagen- und Kraftausdauer von sehr großer
Bedeutung. Etwa 85% von meinem
Training entfallen auf diese Bereiche.
Entwicklungs- und
Spitzenbereich sowie Schnellkraft trainiere ich meistens auf Touren mit meinen
Radkumpels!
Im Training muss auch
das Essen und Trinken getestet werden, welche Produkte verträgt man etc.!
3)
Technik
a)
Rad
Welches Rahmenmaterial zum Einsatz kommt, hängt vom persönlichen Geschmack ab,
jedes Material hat Vor- und Nachteile.
Ich bevorzuge Alurahmen, diese Stellen für mich immer noch den besten Kompromiss
aus Preis / Leistung / Alltag / Technische Werte / Gewicht da.
So ein Marathonrad muss schon einiges aushalten, es wird oft im Auto
transportiert, an den
Verpflegungsstellen geht es auch meistens etwas hektisch zu, da bleibt mal ein
Umfallen oder ein
anrempeln durch Kollegen nicht aus!
Bei einem Rahmen aus
Alu / Stahl / Titan kann man in den meisten Fällen eine Beschädigung erkennen,
bei Karbon ist dies oft schwierig oder mit dem Auge gar nicht zu erkennen!
b) Übersetzung
Die Übersetzung sollte
dem bevorstehenden Streckenprofil sinnvoll angepasst werden.
Ich habe 2 Kurbeln:
-
1. Lochkreis 130 mm,
Übersetzung 52/38 oder 53/39
-
2. Lochkreis 110 mm,
Übersetzung 52/36 oder 50/34
Kassetten mit den
Abstufungen:
-
12-25, je nach
Steigung + 28’er Ritzel (9-fach)
-
12-27, je nach
Steigung + 30’er Ritzel (9-fach)
-
11-32 (XTR) in Verbindung mit 52/36 (9-fach)
-
11-26, 11-28, (10-fach)
Bei uns in Rheinhessen
und in der Pfalz fahre ich 53/39 und 12-27, damit ist auch der
Donnersberg (686m / bis 13%) gut machbar. Die meisten Steigungen liegen bei 3 -
9%.
Bei Radveranstaltungen
in bergigem bis alpinen Gelände, bevorzuge ich eine Kompaktkurbel.
Zum Beispiel, beim
Ötztaler Radmarathon (2005) hatte ich die Übersetzung 50/34 + 12–30 montiert. Mittels dieser
Abstufung konnte ich die Trittfrequenz immer über 65 U/min halten.
Nachteil von dieser Abstufung, bei den Abfahrten ist nur mit einer sehr hohen
Trittfrequenz noch eine Beschleunigung zu erzielen!
c)
Ausstattung
An meinem Rad sind
immer 2 Flaschenhalter, eine Luftpumpe, 2 Ersatzschläuche, Reifenheber, Mini
Werkzeugtool, Tacho und Höhenmesser
montiert. Bei den Mänteln bevorzuge ich die Drahtreifen von Veloflex Typ Black,
diese haben ein gutes Rollverhalten bei sehr guter Haftung.
4)
Ernährung
Ausdauersportler
sollten das ganze Jahr über auf eine ausgewogene Ernährung achten.
Faustformel:
65% Kohlenhydrate /
15-25% Fett / 15% Eiweiß und täglich frisches Obst
und Gemüse.
Die letzten Tage vor
dem Marathon dienen zum füllen der Kohlehydratspeicher,
dabei bevorzuge ich Pasta in allen Variationen.
Am Vortag achte ich darauf nicht zu deftige Speisen zu mir zu nehmen, sprich zu
viel Fleisch oder zu Fett!
So das der Körper nicht zu stark mit dem Verdauen beschäftigt ist, und man gut
schlafen kann.
5)
Marathon Tag
a) Vorbereitung
Mein Rad bereite ich
immer mindestens eine Woche vor dem D-Day vor, so dass ich noch eine größere Probefahrt
durchführen kann. Es gibt nichts nervigeres als wenn am Tag des Jahres etwas
schleift oder nicht richtig funktioniert!
Die Bekleidung, je
nach Wettervorhersage und eigenem Ermessen, lege ich mir schon am Tag zuvor hin.
So das morgens kein
Stress aufkommt, und man nicht etwas wichtiges vergisst, wie zum Beispiel den Transponder!
Mit dem Streckenprofil
sollte man sich frühzeitig vertraut machen, zwecks Verpflegungsstellen,
Steigungen und deren Länge etc.
b) Der Tag beginnt
Da ich Frühaufsteher
bin, fällt mir das frühe Aufstehen ca. 3 Stunden vor dem Start nicht
besonders schwer. Diese Zeit benötige ich, damit ich in die Gänge komme und ganz
wichtig ohne Stress an den Start rollen kann.
c)
Frühstück
Zum Frühstück esse ich 1-2 Brötchen mit Nutella oder Honig. So das die Nachts
verbrauchte Energie wieder aufgefüllt wird. Ein zu schweres Frühstück würde mich
nur noch zusätzlich belasten.
d)
Start
Den Start gehe ich
immer locker an, nicht zu hektisch, und stets bemüht allen Kollisionen aus dem Weg zu gehen.
e)
Verpflegung
Ganz wichtig ist das regelmäßige Essen und Trinken, pro Wettkampfstunde sollten
mindestens
0,7 – 1,0 l. Flüssigkeit und 60 – 80gr.
Kohlenhydrate zu sich genommen werden! Ich bevorzuge isotonische Getränke von
Xenofit, Gels von Enervit,
Trockenobst. An heißen Tagen, nehme ich noch Mineralkapseln zu mir, um die
verlorenen Mineralien durch starkes schwitzen auszugleichen.
f)
Einteilung
Ganz wichtig für mich
ist die Einteilung der Strecke in Abschnitte! Ich konzentriere mich immer auf
den aktuellen Abschnitt, und verschwende keine Zeit mit Gedanken was ist wenn,
und noch 180 km und dann ….
Durch solche Gedanken kann man leicht in ein Loch fallen aus dem man nur
schwierig wieder heraus kommt!
Die Kräfte sollte man sich auf die komplette Strecke gesehen gut einteilen, den auf den ersten Kilometern kann man nichts Gewinnen, aber viel Verlieren.
Mit den letzten Körnern ins Ziel zu kommen erzeugt mehr Frust als Motivation für
die nächsten Herausforderungen.
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